Was Patina ist, und warum pflanzliches Leder schöner altert
Patina ist kein Verschleiß. Es ist eine chemische Veränderung, die nur an einer offenen Faser stattfinden kann.

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Patina wird gern als Gefühl verkauft. Sie ist aber ein messbarer Vorgang, und man kann ziemlich genau sagen, was dabei passiert.
Drei Dinge, die gleichzeitig arbeiten
Erstens Licht. UV-Strahlung oxidiert die Tannine in der Faser; sie werden dunkler. Deshalb ist die Innenseite einer Tasche nach Jahren heller als ihre Außenseite. Zweitens Fett: aus der Hand, aus der Luft, aus der Pflege. Es füllt die Faser, macht das Leder transparenter und lässt es an den Griffstellen glänzen. Drittens mechanischer Druck, der die Oberfläche verdichtet und poliert.
Alle drei brauchen Zugang zur Faser. Genau deshalb bekommt ein pigmentiertes Chromleder keine Patina: Es hat eine Kunststoffschicht darüber. Es wird nicht schöner, es wird abgenutzt. Das ist der eigentliche Unterschied.
Warum das keine Beschädigung ist
Ein Kratzer auf pflanzlich gegerbtem Leder verschwindet oft von selbst, wenn man mit dem Finger darüber geht: Die verschobene Faser richtet sich mit etwas Wärme und Fett wieder auf. Was bleibt, ist keine Wunde, sondern eine Spur.
Es wird nicht schöner, es wird abgenutzt. Das ist der eigentliche Unterschied.
Was Sie dafür tun müssen
Wenig. Benutzen, Licht abbekommen lassen, gelegentlich sparsam pflegen. Der häufigste Fehler ist zu viel Fett zu früh: Ein Leder, das man am ersten Tag mit Balsam sättigt, kommt nicht mehr dazu, seine eigene Farbe zu entwickeln. Warten Sie, bis das Leder darum bittet.